Das ist ursprünglich eine Frage über die ich mit meiner ältesten Schwester sehr lange diskutiert habe und wo wir beide zu dem Ergebnis kamen, dass man diese Frage niemals von uns hören wird.
Dieser Post ist eine Antwort auf die ersten beiden Blogeinträge von Kathystrophe.
Ich kenne Kathy seit 4 Jahren. Wir wohnen in derselben Stadt und studieren Deutsch zusammen, und sie ist eine meiner wichtigsten Freundinnen, seit ich hier wohne. Wie das eben so ist sind Freundinnen sich ähnlich - Wir auch. Wir schreiben beide einen Blog, studieren Deutsch an derselben Uni und schreiben sogar bei derselben Dozentin unsere Bachelor-Arbeit. Darüber hinaus kann keine von uns die offene Packung Kekse wieder in den Schrank räumen: Offen ist offen, beziehungsweise leer. Das Fitnessstudio bei dem wir zusammen einen Vertrag gemacht haben wir dieses Jahr beide noch nicht von innen gesehen und in Unikurse schwänzen sind wir beide Profi. Ich meine es ist doch auch viel zu warm um in die Uni zu gehen, wir müssen uns nicht mal schlecht fühlen, dass wir jetzt lieber Eis essen gegangen sind, oder? ;) :o
Worin aber unterscheiden wir uns?
Ganz genau.
In der Frage "Kann ich so rausgehen?" - Zumindest übertragen gesehen.
Von mir wird man diese Frage nicht hören, weil ich doch genau weiß welche Klamotten mir gefallen und ob ich so rausgehen WILL.
Es fängt also bei dieser kleinen Frage an und endet in den großen.
Kathy studiert Deutsch (-sprachige Literatur) im 2-Fach-Bachelor.
Ich studiere Deutsch auf Lehramt, obwohl ich später anstatt Lehrerin zu werden auch gerne Schriftstellerin werden. würde. Warum habe ich mich also nicht auch für den 2-Fach-Bachelor entschieden?
Weil ich mich gerne an Orte, Menschen und meine Vorstellung von meiner Zukunft klammer.
Ich möchte später einmal Kinder. Und eigentlich ist das der Einzige und Größte Wunsch in meinem Leben. Aus diesem Grund habe ich mich für den relativ sicheren Lehrerjob entschieden. Und nicht wehmütig oder so, sondern ganz sicher.
Ich arbeite neben der Uni als Putzhilfe und selbst das würde ich mein Leben lang machen. Denn was für mich wirklich zählt, sind die Leute mit denen und die Orte an denen ich mich wohlfühle.
Und so entscheide ich mich über für das was mir wichtig ist und womit es mir gut geht ... und wenn ich mich in dem Kleid nicht wohl fühle, bringt es mir nichts wenn mir jemand versichert, dass es mir steht und dass ich so rausgehen kann.
Gerade geht es mir gut so wie es ist. Aus diesem Grund werde ich hier voller Zufriedenheit weiterstudieren.
Und vielleicht ist das die falsche Entscheidung. Vielleicht verpasse ich was, weil ich mir keine andere Stadt angesehen habe, in der ich vielleicht Leute treffe mit denen ich mich noch besser verstehe.
Aber ich werde es nie erfahren. Weil ich mich entschieden habe und jetzt einfach alles dafür mache, dass die Entscheidung mir nie falsch vorkommen wird.
Also liebe Kathy ;) Als ich dein Post gelesen habe, habe ich sehr viel nachgedacht. Weil mir sofort aufgefallen ist, dass ich mich eben auch an Orte, Menschen etc. klammer, aber ich, anders als du, dass nicht als Makel sehe.
Ist es nicht vielleicht gut sich an die Vergangenheit, Menschen und Orte zu klammern? Weil es heißt dass sie wichtig und gut waren?
Wie immer die Entscheidung, die bei dir ansteht, also ausfällt, wäre es nicht schöner anstatt 2 von 4 Schritten wieder zurück zu gehen dafür zu sorgen, dass die 4 Schritte nach vorne in die richtige Richtung bleiben?
Und rausgehen kannst du letztendlich in beiden Kleidern, weil beide verlockend sind und beide die beste Wahl werden könnten ;) Allerdings denkst du länger drüber nach als ich.. und genau das ist es was ich damit sagen wollte, dass man die Frage eher von dir hören würde ;) :-*
Liebe Grüße und fühl dich gedrückt.
Leonie
P.S ein weiterer RIESIGER Unterschied zwischen Kathy und mir ist, dass ihre Hausarbeiten 30.000 Zeichen lang sein muss, und meine 40.000. Also entschuldigt den langen Text. :D
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen